7 Tage Sardinien Rundreise – entspannt durch den Süden der Insel

Eine Woche Südsardinien mit dem Mietwagen – türkisfarbenes Wasser, einsame Küstenstraßen, kleine Inseln mit großer Seele – und ein Tempo, das man sich selbst aussuchen darf. Kein Pflichtprogramm, kein Abarbeiten. Einfach fahren, schauen, bleiben, wo es sich gut anfühlt.

Unsere 5 Highlights in Südsardinien

  1. Carloforte
  2. Porto Giunco bei Villasimus
  3. Costa del Sud
  4. Sant’Antioco
  5. 5 Cagliari Altstadt
Sardinien Casta del Sud
Costa del Sud

Kurzüberblick unserer Sardinien-Rundreise

Dauer

8 Tage/7Nächte

Strecke

Cagliari → Villasimius → Costa del Sud → Calasetta/Sant’Antioco → Carloforte → Cagliari

Reiseart

Roadtrip/ Rundreise

Verkehrsmittel

Mietwagen

Unterkünfte

Villasimius: Admayora Guest House
Calasetta: Bobo’s House
Cagliari: PLEY Cagliari Boutique Suites

Beste Reisezeit

Mai bis Juni und September bis Oktober

Kosten

ca. 120 Euro pro Person/Tag → 1700 Euro zu zweit für 1 Woche

Warum sich diese Route lohnt

Der Süden Sardiniens ist nicht das Sardinien der Instagram-Post. Keine überfüllten Promenaden, keine Touristenbusse vor antiken Stätten – zumindest nicht, wenn man die richtige Jahreszeit wählt.
Was uns auf dieser Route überrascht hat: die Vielfalt auf engem Raum. In sieben Tagen sind wir durch türkisblaue Buchten gefahren, auf eine Insel mit ligurischer Seele übergesetzt, durch eine stille Schlucht im Hinterland gekurvt und durch eine Inselhauptstadt geschlendert, die lebt und atmet – und sich dabei nicht für Touristen verbiegt.
Der Westen rund um Sant’Antioco und Calasetta fühlt sich dabei deutlich ursprünglicher an als vieles, was man sonst von Sardinien kennt. Das ist kein Makel, das ist der Grund, warum man hierherkommt.

Unsere Südsardinien-Route im Überblick

Tag

Route

Tag 1

Villasimius & Strände im Südosten

Tag 2

Costa Rei & Rückfahrt durch die SS125-Schlucht

Tag 3

Nora & Costa del Sud → Calasetta

Tag 4

Sant’Antioco & Tagesausflug nach Carloforte

Tag 5

Museo del Carbone & San Sperate → Cagliari

Tag 6 – 8

Cagliari erkunden & Abreise

Tag 1 – Ankommen & erste Eindrücke bei Villasimius

Ankunft in Cagliari, Mietwagen abholen – und schon auf der Fahrt nach Osten begreift man, warum Sardinien so eine Wirkung auf Menschen hat. Die Küstenstraße Richtung Villasimius schlängelt sich an kleinen Buchten vorbei, das Wasser wechselt von Grün zu Türkis zu fast wie in der Karibik.

💬Hinweis aus eigener Erfahrung: 
Beim Mietwagen unbedingt vorher prüfen, ob der Anbieter direkt am Flughafen liegt oder außerhalb.
Das klingt nach einer Kleinigkeit – nach einem manch Flug ist es das nicht mehr, denn den Vermieter zu finden kann dauern.

Villasimius selbst ist ein entspannter Urlaubsort ohne große Aufregung, ein paar gute Restaurants, dieein oder andere Bar für den Abend, und rundherum Strände, die man einfach stehen lässt. Zwei Nächte hier sind genau richtig.

Tag 2– Costa Rei & Fahrt durch die stille Schlucht

Ein Morgen bei Costa Rei lohnt sich. Der lange Sandstrand wirkt selbst in der Hauptsaison weitläufig, Anfang Mai war er fast leer. Weiße Dünen, klares Wasser, kaum Menschen.

Auf dem Rückweg empfiehlt sich die Strecke durchs Hinterland über die SS125 statt der direkten Route. Die Straße hängt an den Hängen, windet sich durch eine einsame Schlucht – und genau das ist der Moment, in dem ein Roadtrip zum Roadtrip wird.

⚠️ Achtung
Die Abkürzung via San Priamo von Costa Rei aus, klingt verlockend, ist aber kaum befahrbar.
Lieber die großen Straßen fahren.

Tag 3 &4 – Calasetta, Sant’Antioco & das Juwel Carloforte

Von Villasimus geht es über Cagliari weiter westwärts nach Sant’Antioco.
Auf dem Weg lohnt ein Stopp bei Nora – eine antike Stadt direkt am Meer, mit Mosaiken, alten Säulen und einer Kulisse, die einen sanft verblüfft.

Die Costa del Sud kurz danach war eines der größten Highlights der ganzen Reise. Die Straße folgt der Küste auf Schritt und Tritt, links immer das Meer, rechts die Macchia. Ursprünglicher als der Osten, ruhiger, wilder.

Costa del Sud, Sardinien

Unser Basislager für zwei Nächte ist in Calasetta, ein kleiner Ort im Norden der Insel Sant’Antioco. Weiße Häuser, blaue Akzente, enge Gassen im Schachbrettmuster – gegründet von ligurischen Siedlern im 18. Jahrhundert, und man sieht es noch heute jedem Stein an.

Sant’Antioco selbst braucht einen halben Tag, wir sind einfach durch die schmucke Stadt geschlendert und haben den Fischern beim Verkauf direkt vom Boot zugeschaut – hier würden wir auch gerne selbst einkaufen. Kein inszenierter Moment, einfach das echte Leben der Insel.

Den Ausflug nach Carloforte sollte man keinesfalls weglassen. Die Fährfährt von Calasetta dauert nur kurz, und das, was auf der anderen Seite wartet, rechtfertigt jeden Umweg.
Carloforte ist eines der schönsten Dörfer Italiens – und das aus gutem Grund. Die engen Gassen, die ligurische Architektur, die Ruhe. Und dann dieser Sonnenuntergang. Die Sonne geht hinter dem Hafen unter, das Wasser leuchtet, die Boote wiegen sich. Manche Dinge lassen sich nicht besser beschreiben als gar nicht.

Tag 5 – Kohlemine, Street Art & Ankunft in Cagliari

Auf dem Rückweg ins Landesinnere Richtung Cagliari haben wir zwei Stopps eingebaut, die so gar nicht nach Sardinien-Urlaubsklischee klingen – und gerade deshalb in Erinnerung geblieben sind.

Das Museo del Carbone in Carbonia, die ehemalige Kohlemine Serbariu, ist ein stilles, beeindruckendes Denkmal der Industriegeschichte. Man geht durch die alten Anlagen, schaut auf die Maschinen, liest die Schicksale der Bergleute – und begreift, dass Sardinien eben nicht nur Strand ist. Ein völlig anderes Sardinien, das man so nicht erwartet.

💡Tipp
Buche online im Museum deine Führung vorab, ansonsten kann es passieren,
dass bestimmte Termine nicht verfügbar sind.

Nördlich von Cagliari liegt San Sperate, bekannt als Künstlerdorf mit Street Art überall an den Hauswänden. An unserem Besuchstag war allerdings fast alles geschlossen – das passiert. Was man mitnimmt, manche Orte sollte man lieber kurz vorab recherchieren als spontan drauf hoffen.
Am Nachmittag erreichten wir Cagliari – und hatten noch drei Nächte vor uns.

Tag 6–8 – Cagliari: Altstadt, Hafen & sardisches Stadtleben

Cagliari braucht mehr als einen Tag. Nicht weil es so viel Pflichtprogramm gibt, sondern weil die Stadt einen langsam in sich aufnimmt.

Die Altstadt Castello liegt hoch oben über dem Rest der Stadt. Enge Gassen, alte Mauern, die Kathedrale – und dann die Bastione di Saint Remy mit einem Panoramablick über Cagliari, das Meer und die Dächer, der einen einfach stehen lässt. Da ist kein Vergleich zur spanischen Treppe nötig.

Das eigentliche Leben der Stadt spielt sich auf der Piazza Yenne ab, wo die Einheimischen abends draußen sitzen, und entlang des Corso Vittorio Emanuele, der sich als eine lange, entspannte Fress- und Schlendermeile entpuppt. Die Restaurants in den Gassen rund um den Hafen sind die richtige Adresse für frische Meeresfrüchte und sardische Spezialitäten.

Ein kleiner Wermutstropfen gab es aber, denn der berühmte Mercato di San Benedetto ist gerade wegen Renovierung geschlossen. Der provisorische Ersatzmarkt hat aber noch genug Leckereien , leider allerdings zu wenig Charme, um einen kurzen Besuch wert zu sein.

Das römische Amphitheater haben wir auch uns angeschaut – und ehrlich gesagt eher vorbeigelaufen als begeistert besucht. Wer nicht extra dafür anreist, verpasst nichts. Die Weltkriegs-Bunker unterm Krankenhaus wollten wir noch besuchen, haben sie aber schlicht nicht gefunden.
Was lernen wir daraus – für manche Dinge lohnt es sich, vorher kurz zu buchen oder zumindest die genaue Adresse rauszusuchen (die nicht rausfindbar war)

Cagliari zum Abschluss ist keine schlechte Idee. Man kommt an, um abzureisen – und bleibt dann doch noch eine Stunde länger am Hafen sitzen.

💡Tipp
Buche deinen Mietwagen ohne die Zeit in Cagliari – du brauchst ihn nicht und Parkplätze sind wie immer zu wenig.
Zum Flughafen gibt eine gute Bahnverbindung.

Unsere liebsten Stopps im Süden Sardiniens

Strände & Natur

  • Spiaggia di Porto Giunco bei Villasimius – der Strand, der alle anderen vergessen lässt
  • Costa del Sud & die SP 17 Cagliari – Villasimius– diese Küstenstraßen sind mindestens so schön wie die Strände selbst
  • Costa Rei – für lange Spaziergänge ohne Gedränge

Orte & Atmosphäre

  • Carloforte – zum Bleiben, nicht nur Schauen
  • Calasetta – ruhig, eigenständig, nicht touristisch überwältigt
  • Cagliari am Abend – Piazza Yenne, ein Glas Wein, das Treiben der Einheimischen

Unerwartetes

  • Museo del Carbone (Kohlemine Serbariu) – ein völlig anderes Sardinien, industriell, still, beeindruckend
  • Am Hafen in Sant’Antioco: Fischer verkaufen ihren Fang direkt vom Boot

Für spontane Momente

  • Einfach irgendwo an der Costa del Sud anhalten, wo eine Lücke in der Leitplanke ist
  • Die Nora-Ausgrabungen in der Nebensaison – man ist fast für sich allein

Tipps für entspanntes Reisen auf der Route

  • Mietwagen ohne Selbstbeteiligung buchen – auf manchen Schotterstraßen zu den Stränden ist das keine theoretische Überlegung
  • Kein zu volles Programm – wer täglich drei Stopps plant, verpasst den vierten, der spontan entsteht
  • Bargeld mitnehmen für kleine Bars, Märkte und Fähren in abgelegenen Orten
  • Fährticket Calasetta–Carloforte nicht vergessen – lässt sich auch ohne Vorabplanung gut spontan lösen
  • Sonnenschutz nicht vergessen – an Stränden ist es heiß, auch in der Nebensaison
  • Früh am Strand – selbst bekannte Spots wie Costa Rei sind morgens fast leer
  • SS125 statt Schnellstraße – Zeitverlust minimal, Erlebnisgewinn enorm
  • Google Maps offline herunterladen – Mobilfunk ist im Hinterland dünn

Beste Reisezeit für Sardinien

Monat

Empfehlung

April

Grün, wenig Trubel, Temperaturen noch frisch – für Entdecker ideal

Mai

Unsere Wahl: Sonne, angenehme Wärme, kaum Touristen

Juni

Sehr schön, beginnt voller zu werden

Juli/August

Hochsaison, volle Strände, höhere Preise – weniger entspannt

September

Goldener Monat: warm, ruhig, Meer noch angenehm

Oktober

Schöne Farben, sehr ruhig, manche Lokale schließen früher

Wer Strände und Ruhe kombinieren will, fährt im Mai oder September. Wer Hitze braucht, kann mit Juli/August leben – sollte aber früh buchen und früh am Strand sein.

Kosten & Budget – was kostet Süd-Sardinien?

Ausgabe

ca. Kosten

Flug (Cagliari, hin & zurück)

ca. 160 € pro Person (Ryanair)

Mietwagen (5 Tage)

ca. 61 € + ~50 € Benzin

Unterkunft

ca. 640 € zu zweit für 7 Nächte

Essen & Trinken

ca. 70–80 € pro Tag zu zweit

Eintritte & Fähren

ca. 70 € zu zweit

Gesamt (2 Personen, 1 Woche)

ca. 1.700 €

Pro Person & Tag

ca. 120 €

Wer günstiger reist (Ferienwohnung statt Hotel, selbst kocht), kommt deutlich unter 100 € pro Person und Tag. Wer mehr Wert auf Komfort legt, rechnet eher mit 150 €.

Für wen passt diese Rundreise?

  • Wer lieber drei Strände wirklich erleben möchte als zehn abzuhaken
  • Reisende, die das echte Leben Sardiniens interessiert – nicht das Ressortleben
  • Paare oder Reisende zu zweit, die ein eigenes Tempo brauchen
  • Alle, die schon Sardinien kennen und etwas Ruhigeres suchen
  • Fans von Roadtrips, die die Fahrt selbst als Teil des Urlaubs sehen
  • Menschen, die bereit sind, mal nicht alles vorab zu planen
  • Weniger geeignet für Partyfans, wer feste Kulturprogramme liebt, oder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.

Praktische Infos Südsardinien

Anreise

Flughafen Cagliari (CAG) oder Fähre von Genua, Livorno

Sprache

Italienisch; in kleinen Orten kaum Englisch

Währung

Euro; Kreditkarte funktioniert gut, Bargeld für kleine Orte empfohlen

Mietwagen

Unbedingt nötig – ohne Auto ist die Route kaum sinnvoll machbar

Parkplätze

An Stränden oft kostenpflichtig (ca. 2–5 € / Stunde), früh kommen

Handy/Netz

Im Hinterland lückenhaft – offline-Karten herunterladen

Notfallnummer

112 (Polizei)

Tourismus-Info

sardegnaturismo.it


Häufige Fragen zu Sardinien

Brauche ich unbedingt einen Mietwagen?

 Ja. Der Süden Sardiniens ist ohne Auto kaum erschließbar. Öffentliche Busse fahren in ländliche Gebiete selten und nicht zu den Stränden (Ausnahme Cagliari). Wer flexibel sein will, kommt am Mietwagen nicht vorbei.

Wie viele Tage sollte ich einplanen? 

Sieben Nächte sind eine gute Basis. Mit weniger fühlt man sich gehetzt, mit mehr findet man noch mehr Orte, bei denen man gerne länger geblieben wäre.

Muss man die Strände vorher kennen? 

Nein – und das ist das Schöne daran. Viele der schönsten Momente entstehen beim Anhalten an einer Lücke in der Leitplanke. Ein paar Grundnamen (Villasimius, Costa del Sud, Tuerredda) reichen als Orientierung.

Ist Carloforte einen Tagesausflug wert? 

Definitiv. Die Fähre von Calasetta dauert nur wenige Minuten, und Carloforte gehört zu den stimmungsvollsten Orten auf der ganzen Insel. Den Sonnenuntergang am Hafen nicht verpassen.

Wann sollte ich lieber nicht fahren? 

Im August, wenn der Betrieb groß ist und die Preise hoch. Wer Ruhe sucht und auf Menschenmassen verzichten möchte, empfehlen wir Mai oder September.

Welche Strände lohnen sich am meisten? 

Spiaggia di Porto Giunco bei Villasimius, Tuerredda an der Costa del Sud und Cala Sinzias bei Costa Rei – alle drei sind auch in der Nebensaison atemberaubend.

Unser Fazit

Südsardinien hat uns überrascht – und zwar genau dort, wo wir es nicht erwartet hätten. Nicht an den bekannten Stränden, sondern bei den Fischern in Sant’Antioco, auf der stillen Fahrt durch die Schlucht, beim Sonnenuntergang in Carloforte.
Wer Sardinien kennt und denkt, er weiß schon, was ihn erwartet, denn der Süden zeigt einem noch eine andere Seite der Insel. Ruhiger, ursprünglicher, weniger poliert.
Und wer die Insel noch gar nicht kennt: Fang hier an.

Weitere Beiträge:

Warst du schon einmal im Süden Sardiniens? Teile gerne deine Lieblingsorte mit uns in den Kommentaren!


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